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  • Katrin Trimmel

Die Anfänge der Hochsensibilität

Der Begriff der Hochsensibilität wurde durch die US-amerikanische Forscherin, klinische Psychologin und Psychotherapeutin Dr. Elaine Aron geprägt. Anfang der 1990er-Jahre begann Aron sich mit der Hochsensibilität auseinanderzusetzen. Das Forschungsgebiet der Hochsensibilität ist somit vergleichsweise noch ein junges Forschungsgebiet (ca. 30 Jahre).


Hochsensibilität

Bekanntwerden der Hochsensibilität: Dr. Elaine Aron

Dr. Elaine Aron publizierte Anfang der 1990er-Jahre ihre Forschungsergebnisse und wissenschaftlichen Arbeiten in Fachzeitschriften und in Büchern, z.B. 1997 im „Journal of Personality and Social Psychology“, 1996 als „The Highly Sensitive Person: How to Thrive When the World Overwhelms You“. Dadurch schaffte es Aron, dass die Hochsensibilität in wissenschaftlichen Kreisen Beachtung fand.


Es waren die Forschungsstudien von Aron, die das Phänomen der Hochsensibilität schrittweise in den wissenschaftlichen Fokus gerückt haben. Entdeckt hat Aron das Phänomen der Hochsensibilität jedoch nicht. Bereits vor ihrer Zeit gab es wissenschaftliche Forscher*innen, die sich mit der Hochsensibilität beschäftigt haben, wie beispielsweise Iwan Pawlow, C.G. Jung, Alice Miller und andere.


Doch erst Aron hat die bisherigen Forschungsergebnisse in ein Gesamtbild bringen können. So knüpfte Aron ihre Studien an bereits bestehende Publikationen von z.B. Iwan Pawlow oder C.G. Jung an und ergänzte diese durch hunderte selbst durchgeführte Interviews. Die daraus entstandenen Ergebnisse und Schlussfolgerungen publizierte Aron in Fachzeitschriften.


Zusätzlich veröffentliche Aron ihre Ergebnisse und Schlussfolgerungen in einem Buch und machte dadurch die Hochsensibilität für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Im Original lautet der Titel „The Highly Sensitive Person: How to Thrive When the World Overwhelms You“. Aus diesem Titel bürgerte sich auch die Abkürzung HSP für eine hochsensible Person ein (im Original als „highly sensitive person“).


Begriff der Hochsensibilität

Im deutschen Sprachraum herrscht eine wahre Begriffsvielfalt, was die Hochsensibilität anbelangt. Als Synonym für die Hochsensibilität werden auch die Begriffe Hochempfindlichkeit, Hochempfindsamkeit, Hochsensitivität, Überempfindlichkeit oder auch Hypersensitivität verwendet. Die Mehrheit der deutschsprachigen Expert*innen verwendet den Begriff der Hochsensibilität.


Der Begriff der Hochsensitivität wird ebenso verwendet, wenn auch seltener als der Begriff der Hochsensibilität. Für manche hochsensiblen Personen ist der Begriff Hochsensibilität negativ besetzt. So kennt wohl fast jeder den bekannten Satz: „Sei nicht so ein Sensibelchen.“ - Ein Spruch, den hochsensible Menschen in ihrer persönlichen Geschichte mehr als nur einmal zu hören bekommen haben. Aufgrund dessen besteht die These, dass hochsensible Menschen eher den Begriff Hochsensitivität verwenden, da dieser weniger negativ behaftet ist und neutraler wirkt.


Hochsensibilität: Verbreitung

Schätzungen zufolge haben ca. 20 Prozent der Bevölkerung eine hochsensible Veranlagung. Nicht nur Menschen können hochsensibel sein, auch die Tierwelt kennt dieses Phänomen. So liegt der Prozentsatz in der Tierwelt auch bei etwa 20 Prozent.


Den wissenschaftlichen Thesen von Dr. Elaine Aron folgend, haben Menschen bzw. Individuen entweder das Merkmal der Hochsensibilität oder nicht. Viele in der Mitte gibt es Aron zufolge nicht. Auch macht das Geschlecht keinen Unterschied, da ebenso viele Männer wie Frauen hochsensibel geboren werden.


Bei Männern kann sich nach Aron jedoch ergeben, dass diese die eigene Hochsensibilität erst in einem späteren Alter entdecken (der Annahme von Aron zufolge vermutlich aufgrund des Testosterons) und ggfs. mehr Schwierigkeiten mit dieser haben, wenn sie in einer Kultur leben, die eine Sensibilität bei Männern missbilligt.


Ursachen der Hochsensibilität

Die Hochsensibilität ist keine Krankheit und auch kein therapiebedürftiger Zustand. Die Ursachen der Hochsensibilität sind wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Es wird überwiegend davon ausgegangen, dass es sich bei der Hochsensibilität um eine genetische Veranlagung handelt, die die Sensibilität auf Reize erhöht.


Die Hirnforschung liefert dazu neue Erkenntnisse. So wurde festgestellt, dass bei hochsensiblen Menschen Prozesse der Reizverarbeitung im Gehirn gesteigert ablaufen. Zusätzlich besteht bei hochsensiblen Menschen offenbar eine verstärkte Reaktion und (Reiz-) Durchlässigkeit des Nervensystems.


Hier findest du mehr Informationen über die Hochsensibilität.

Hier findest du weitere Beiträge zur Hochsensibilität.


10 Tipps für Bücher betreffend Hochsensibilität

  1. Sind Sie hochsensibel? – Wie Sie Ihre Empfindsamkeit erkennen, verstehen und nutzen. Von Elaine N. Aron (Autorin).

  2. Hochsensibilität in der Liebe – Wie Ihre Empfindsamkeit die Partnerschaft bereichern kann. Von Elaine N. Aron (Autorin).

  3. Hochsensibilität – Empfindsamkeit leben und verstehen. Von Brigitte Küster/ehem. Schorr (Autorin).

  4. Hochsensibel ist mehr als zartbesaitet. Von Silvia Harke (Autorin).

  5. Mit viel Feingefühl. Hochsensibilität verstehen und wertschätzen. Von Ulrike Hensel (Autorin).

  6. Zart besaitet - Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochempfindliche Menschen. Von Georg Parlow (Autor).

  7. Sensibel kompetent – Zart besaitet und erfolgreich im Beruf. Von Marianne Skarics (Autorin).

  8. Der sensible Mensch – Leben zwischen Begabung und Verletzlichkeit. Von Samuel Pfeifer (Autor).

  9. Wenn die Haut zu dünn ist: Hochsensibilität – vom Manko zum Plus. Von Rolf Sellin (Autor).

  10. Bis hierhin und nicht weiter. Von Rolf Sellin (Autor).


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