Suche
  • Katrin Trimmel

Bin ich hochsensibel? Merkmale der Hochsensibilität

Die Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal und durch eine besonders intensive Wahrnehmung von Reizen gekennzeichnet. Weltweit sind ca. 20 % der Bevölkerung hochsensibel veranlagt. Nach der US-amerikanischen Forscherin, klinischen Psychologin und Psychotherapeutin Dr. Elaine Aron, welche zugleich als Pionierin auf dem Gebiet der Hochsensibilität gilt, ist die Feinfühligkeit ein generelles Merkmal von hochsensiblen Menschen.


Bin ich hochsensibel, Merkmale der Hochsensibilität

Typische Eigenheiten von hochsensiblen Personen

Die Eigenschaften, die ihren Ursprung in der Hochsensibilität haben, sind bei jedem hochsensiblen Menschen ein wenig anders ausgeprägt. Das heißt, die Hochsensibilität macht keine Aussage über die konkrete Persönlichkeit eines Menschen. Dadurch, dass aber alle hochsensiblen Menschen das Merkmal einer sehr hohen Sensibilität aufweisen, ergeben sich typische Eigenschaften, Wesensmerkmale und Typologien von hochsensiblen Personen. Diese stellen eine Hilfestellung für die Zuordnung zum Merkmal der Hochsensibilität dar.


Typische Eigenschaften von hochsensiblen Personen sind, z.B. eine starke innere Wahrnehmung, eine hohe Begeisterungsfähigkeit, eine hohe Eigenverantwortung, ein starker Wunsch nach Unabhängigkeit, eine sehr ausgeprägte Empathiefähigkeit, ein Hang zum Perfektionismus, eine detaillierte Selbstreflexion, ein besonders ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, ein starkes Bedürfnis nach Harmonie, das Vorhandensein von vielschichtigen Gedankengängen, eine hohe Fantasiefähigkeit, ein langer emotionaler Nachklang von Erlebnissen, eine starke Verbindung zur Natur und zu Tieren, eine Abneigung von Konflikten.


Es bestehen jedoch äußerst viele Charaktereigenschaften, die das Verhalten und das Wesen einer hochsensiblen Person bestimmen. Auch arbeitet Dr. Elaine Aron zufolge der Verstand von hochsensiblen Personen anders als bei „normalsensiblen“ Personen.


Wesensmerkmale von hochsensiblen Personen

Neben der sehr hohen Sensibilität bestehen nach Dr. Elaine Aron folgende wesentliche Merkmale im Bereich der Hochsensibilität:


1. Gründliche Verarbeitung von Informationen

Hochsensible Personen tendieren dazu, Lebensereignisse überdurchschnittlich zu reflektieren und über diese nachzudenken. Dies geschieht deswegen, da Erlebnisse, Empfindungen und Ereignisse bei hochsensiblen Personen starke Reize verursachen und länger im Innenleben nachwirken als bei „normalsensiblen“ Personen.


Hochsensible Personen neigen zum Grübeln und denken sprichwörtlich über Gott und die Welt nach. Sie befassen sich stark mit den Bereichen Spiritualität, Religion, Ethik und mit Wertesystemen – und zwar sowohl gedanklich als auch im Gespräch mit anderen.


Auch denken hochsensible Personen über Alltagserlebnisse vertiefter nach und verspüren das Bedürfnis, Angelegenheiten gründlich zu überlegen sowie abzuwägen. Daraus resultiert, dass hochsensible Personen eher unter Entscheidungsschwierigkeiten leiden.


2. Übererregung

Das Merkmal der Übererregung entsteht durch Reize (z.B. Lärm, Konflikt, Stress, grelles Licht), die ein hohes Erregungsniveau bei hochsensiblen Person im vegetativen Nervensystem und – nach den neuesten Forschungen – im Gehirn verursachen. Dadurch entsteht eine Übererregung, welche zu klassischen Stressreaktionen führt, wie z.B. erhöhter Puls, feuchte Hände, ängstliche Zustände, nervöses Verhalten.


Nicht nur Reize, sondern auch Veränderungen lösen bei hochsensiblen Personen ein vermehrtes Stresserleben aus, z.B. Jobwechsel, Elternschaft, Wohnungswechsel. Dieses Stresserleben kann ebenso zur Übererregung führen. Sind Personen einer ständigen Übererregung ausgesetzt, kann dies zu einer chronischen Übererregung führen. Eine solche kann beispielsweise Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme oder auch Erschöpfungszustände verursachen.


Daher ist es für hochsensible Personen wichtig, Überreizungen und Übererregungen zu vermeiden sowie bestimmten Stressfaktoren aktiv aus dem Wege zu gehen. Für die Hochsensibilität ist es essentiell, dass Rückzugs- und Ruhemöglichkeiten geschaffen werden. Dies deswegen, um den körperlichen Systemen die Möglichkeit und die notwendige Zeit der Regeneration zu geben.


3. Emotionale Intensität

Hochsensible Personen verfügen über ein Innenleben, welches durch das intensive Erleben eigener Emotionen geprägt ist. So reagieren sie auf Lebensereignisse mit deutlich intensiveren Emotionen als „normalsensible“ Personen. Dieses intensive Erleben führt dazu, dass Emotionen verstärkt wahrgenommen werden und diese länger innerhalb der Person andauern sowie auch länger nachwirken. Dies ist unabhängig davon, ob es sich um erfreuliche oder belastende Emotionen handelt.


Hochsensible weinen deutlich mehr, und zwar unabhängig, ob aus Rührung, Freude, Sehnsucht oder aus Enttäuschung, Wut oder Trauer. Sie sind zudem besonders betroffen von sozialen Gefühlen, wie zum Beispiel Scham, Schuld, Mitgefühl oder der Angst vor dem Verlassenwerden. Aufgrund der intensiven Gefühlswelt fühlen sich die meisten Hochsensiblen zu allen möglichen Kunstarten und -formen hingezogen. Hochsensible sind im Regelfall fasziniert von Musik, Malerei, Literatur, Tanz, Theater, Poesie. Auch drücken sich Hochsensible selbst gerne über Kunstformen aus.


4. Sensorische Empfindlichkeit

Ebenso verfügen hochsensible Personen über eine hohe Empfindungsfähigkeit. Dadurch haben Hochsensible starke und intensive Sinneswahrnehmungen beim Hören, Riechen, Fühlen, Schmecken oder/und Sehen. Dies führt dazu, dass ihnen schnell etwas „zu viel“ werden kann, z.B. Gesprächsgeräusche, mehrere Personen an einem Tisch, Geruch eines Parfums, Kratzen eines Pullovers, grelles Licht in einem Raum, Berührungen auf der Haut.


Auch bei der Einnahme von Medikamenten oder von erregenden Lebensmitteln, wie z.B. von Kaffee, schwarzem Tee oder Energy-Drinks, reagieren Hochsensible empfindlicher als „Normalsensible“. So können bei hochsensiblen Menschen Nebenwirkungen oder Irritationen aufgrund der Dosierung auftreten, obwohl die Dosierung im Normbereich liegt. Die sensorische Empfindlichkeit führt auch dazu, dass Hochsensible häufig unter Kontaktallergien leiden sowie über eine deutlich niedrigere Schmerzschwelle verfügen.


Feststellung der Hochsensibilität

Bis dato gibt es kein medizinisches Diagnoseverfahren, mit dem Betroffene zweifelsfrei feststellen können, ob sie eine hochsensible Veranlagung aufweisen oder nicht. Die Forschung zum Thema Hochsensibilität steckt quasi noch in den Kinderschuhen, wird aber stetig mehr. Unbestritten ist, dass Menschen generell Reize unterschiedlich wahrnehmen und verarbeiten. Momentan erfolgt die Feststellung einer Hochsensibilität mittels Fragenbogens und Auswertung anhand einer bestimmten Punkteanzahl.


Die Feststellung von typischen Eigenschaften, Wesensmerkmalen oder Typologien von hochsensiblen Personen gibt eine Hilfestellung für die Zuordnung zum Merkmal der Hochsensibilität. Hier findest du die Typologien von hochsensiblen Personen.


10 Tipps zur Feststellung, ob du hochsensibel bist:

  1. Du kannst hierfür ganz einfach diesen Selbsttest machen, siehe hier. Wenn die Punkteanzahl auf eine hochsensible Veranlagung hindeutet, dann hast du schon einmal einen ersten Parameter für dich.

  2. Erkundige dich über das Thema Hochsensibilität. Fühlst du dich auf Anhieb vertraut mit dem Thema? Erkennst du dich quasi wieder? Als Fachexpertin stehe ich dir hierfür jederzeit gerne zur Verfügung.

  3. Beobachte dich, wie du dich körperlich und geistig fühlst, wenn du verschiedenen Reizen ausgesetzt bist, z.B. Lärm, Veränderungen, Konflikten. Hast du den Eindruck, dass du z.B. geistig „fahrig“, nervös, unruhig wirst oder andere körperliche Symptome entwickelst, wie z.B. Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Schweißausbrüche?

  4. Setze dich mit deinen Vorlieben und Abneigungen auseinander, z.B. schriftlich in einem Tagebuch, Journal, Notizheft. Erkennst du Parallelen zu typischen Eigenschaften und Wesensmerkmalen von hochsensiblen Menschen? Wie z.B. starkes Bedürfnis nach Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten, Verbundenheit mit Natur und Tieren, starker Gerechtigkeitssinn.

  5. Probiere es einfach aus. Wenn du den Eindruck hast, du könntest hochsensibel veranlagt sein, dann wähle für eine Zeit ganz aktiv Verhaltensstrategien, die hochsensiblen Menschen im Alltag helfen. Wenn du bei dir eine Verbesserung und Erleichterung wahrnimmst, dann nutze die Strategien für dich im Alltag. Hilft es nicht, schadet es nicht. Du brauchst Unterstützung im Bereich der Verhaltensstrategien für hochsensible Menschen? Dann melde dich jederzeit gerne bei mir.

  6. Tausche dich mit ggfs. Gleichgesinnten aus. Das Gespräch mit anderen hochsensiblen Personen kann helfen, um selbst zur Klarheit bezüglich der Hochsensibilität zu kommen. Auch hierfür stehe ich dir jederzeit gerne zur Verfügung. Kontaktiere mich einfach.

  7. Lies Bücher zum Thema Hochsensibilität. Hier findest du eine Bücherliste, die ich dir erstellt habe.

  8. Bücher sind dir zu lange? Dann nutze Blogbeiträge für dich. Hier findest du weitere Blogbeiträge zum Thema Hochsensibilität.

  9. Bleib offen und neutral dem Thema Hochsensibilität gegenüber. Hochsensibel veranlagt zu sein bedeutet nämlich nicht, ein „Sensibelchen“, „schwierig“ oder „kompliziert“ zu sein. Es heißt lediglich, dass Mann oder Frau auf Reize sensibler reagiert und sich daraus bestimmte Thematiken ergeben. Du hast Fragen hierzu? Dann melde dich gerne bei mir.

  10. Befasse dich mit den positiven Bereichen der Hochsensibilität. Warum? Die Hochsensibilität wird manchmal negativ wahrgenommen, das heißt als Schwäche. Dies ist aber nicht der Fall. Die Hochsensibilität ist Stärke und Bereicherung, sofern Mann oder Frau mit dieser richtig umgeht. Auch hierfür stehe ich gerne zur Verfügung.


Du hast Fragen, brauchst weitere Tipps oder möchtest mehr über das Thema erfahren? Melde dich jederzeit gerne bei mir. Ich freue mich von dir zu hören!