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  • Katrin Trimmel

Welche Typen von hochsensiblen Personen gibt es?

Die Hochsensibilität kennt viele differenzierte Ausdrucksformen und zeigt sich in unterschiedlichster Weise. Wie sich die Hochsensibilität bei einer Person zeigt bzw. wie diese (aus-) gelebt wird, hängt auch damit zusammen, welche Wesenszüge und Veranlagungen bei dem/der Hochsensiblen parallel zur Feinfühligkeit ausgeprägt sind, z.B. extrovertiertes oder introvertiertes Temperament, langsamer oder schneller Typus, kreativ oder praktisch veranlagt.


Feststellung der Hochsensibilität

Die Hochsensibilität macht somit keine Aussage über die konkrete Persönlichkeit eines Menschen. Dadurch, dass aber alle hochsensiblen Menschen das Merkmal der Feinfühligkeit aufweisen, ergeben sich typische Eigenheiten, Merkmale und Typologien von hochsensiblen Personen.


Zur Feststellung und Zuordnung einer hochsensiblen Veranlagung dienen – neben den Merkmalen und typischen Eigenheiten der Hochsensibilität (siehe hier) – die nachfolgenden Typologien von Hochsensiblen.


Hinweis: Hochsensible Personen können sich in mehreren Typologien wiederfinden. Das heißt, es bestehen genauso Mischformen, z.B. Elemente der empathischen und sensorischen Hochsensiblen, als auch, dass alle Typologien in einer hochsensiblen Person vereint sein können.


1. Empathische Hochsensible

Empathische Hochsensible reagieren stark auf Stimmungen, und zwar sowohl auf die eigenen als auch die von anderen Personen. Sie können sowohl die Atmosphäre und Stimmung in einem Raum wahrnehmen, z.B. ob ein Konflikt vorliegt oder nicht, als auch die Gefühle und Stimmungslage ihres Gegenübers, z.B. Bedrücktheit. Empathische Hochsensible können sich somit sehr gut auf ihr Gegenüber einstellen.


Emphatische Hochsensible sind sehr mitfühlend. Dadurch können quasi die eigenen Grenzen verschwimmen. So kann es für empathische Hochsensible manchmal schwierig sein zu beurteilen, „wo sie enden und wo der andere beginnt.“ Weiters sind sie tendenziell dazu geneigt, sich mehr mit den Gefühlen von anderen Personen zu beschäftigen als mit den eigenen. Zusätzlich haben empathische Hochsensible in der Regel Schwierigkeiten, ein gutes Mittelmaß zwischen Nähe und Distanz zu finden.


Aufgrund ihrer hohen Empathiefähigkeit werden sie von anderen Personen gerne in belastenden Situationen als Unterstützung hinzugezogen. Wird in der Gesellschaft von Hochsensibilität gesprochen, so assoziieren damit die meisten Personen den empathischen Typus der Hochsensiblen. Diese bilden auch die Mehrheit innerhalb der Typologie der Hochsensiblen.


2. Kognitive Hochsensible

Kognitive Hochsensible besitzen ein besonders analytisches und intellektuelles Denken. Dadurch können sie komplexe Zusammenhänge sehr gut beschreiben und finden rasch „den“ Fehler im System. Sie setzen sich sehr vertieft mit einer Thematik auseinander, wodurch ihnen Ungereimtheiten leicht auffallen. Kognitive Hochsensible sind zudem hartnäckige Verhandlungspartner*innen.


Von außen werden sie öfters als emotional distanziert wahrgenommen. Dies deswegen, da kognitive Hochsensible im Regelfall ihre Emotionen nicht nach außen tragen, sondern diese im eigenen Innenleben belassen. Das kann auch dazu führen, dass kognitive Hochsensible Gefühle von Unsicherheit bis hin zu Ablehnung empfinden, wenn andere Personen ihre eigene Emotionalität offenlegen. Zudem neigen kognitive Hochsensible dazu, eigene Sinneseindrücke beweisen und untermauern zu wollen.


3. Sensorische Hochsensible

Sensorische Reize, wie Temperatur, Gerüche, Farben, Lärm, Stoffe auf der Haut, visuelle Informationen, werden von diesem Typus besonders intensiv wahrgenommen. So kann allein ein Duft die Stimmung von sensorischen Hochsensiblen massiv beeinflussen, z.B. wird der Geruch einer Blume als beglückend wahrgenommen, der Geruch nach ranzigem Fett als hochgradig belastend.


Sensorische Hochsensible haben eine überdurchschnittliche Sinneswahrnehmung und empfangen sehr viele Reize. So können sensorische Hochsensible geringste Geräusche wahrnehmen, diese aber gleichzeitig nur sehr schlecht ausblenden, wie beispielsweise das Summen eines elektronischen Geräts oder einer Fliege im Raum. Vor allem unterschiedliche Geräuschquellen führen bei sensorischen Hochsensiblen zu einer Übererregung.


Durch das Einwirken von äußeren Reizen können sensorische Hochsensible in kürzester Zeit in Nervosität verfallen oder an mangelnder Konzentrationsfähigkeit leiden. Auch werden sehr laute Geräusche, wie z.B. die Sirene eines Rettungswagens, als äußerst quälend wahrgenommen.


4. Spirituelle Hochsensible

Spirituelle Hochsensible verfügen über besonders tiefgründige Wahrnehmungen, die für die meisten Menschen nicht zugänglich sind. Spirituelle Hochsensible fühlen sich mit der geistigen Welt sowie mit ihrem Glauben sehr stark verbunden und haben hierfür ein besonders feines Empfinden. Dadurch nehmen spirituelle Hochsensible Schwingungen und Energien wahr, die für andere nicht nachvollziehbar sind, und zwar nicht einmal für andere hochsensible Personen.


In ihrem Leben suchen spirituelle Hochsensible nach einem tieferen Sinn. Spirituelle Hochsensible fühlen sich besonders zu Schamanismus, spirituellen Lehren oder auch zu religiösen Gruppen hingezogen. Die Spiritualität spielt somit eine zentrale Rolle in ihrem Leben, welche beispielsweise durch Meditation oder durch Gebete gelebt wird. Zusätzlich setzen sie sich sehr gründlich mit der eigenen Person auseinander.


Feststellung der Hochsensibilität

Die Feststellung von typischen Eigenheiten, Wesensmerkmalen oder Typologien von hochsensiblen Personen gibt eine Hilfestellung für die Zuordnung zum Merkmal der Hochsensibilität. Bis dato gibt es kein medizinisches Diagnoseverfahren, mit dem Betroffene zweifelsfrei feststellen können, ob sie eine hochsensible Veranlagung aufweisen oder nicht. Momentan erfolgt die Feststellung einer Hochsensibilität mittels Fragenbogens und Auswertung anhand einer bestimmten Punkteanzahl.


10 Tipps zur Feststellung, ob du hochsensibel bist

  1. Du kannst hierfür ganz einfach diesen Selbsttest machen, siehe hier. Wenn die Punkteanzahl auf eine hochsensible Veranlagung hindeutet, dann hast du schon einmal einen ersten Parameter für dich.

  2. Erkundige dich über das Thema Hochsensibilität. Fühlst du dich auf Anhieb vertraut mit dem Thema? Erkennst du dich quasi wieder? Als Fachexpertin stehe ich dir hierfür jederzeit gerne zur Verfügung.

  3. Beobachte dich, wie du dich körperlich und geistig fühlst, wenn du verschiedenen Reizen ausgesetzt bist, z.B. Lärm, Veränderungen, Konflikten. Hast du den Eindruck, dass du z.B. geistig „fahrig“, nervös, unruhig wirst oder andere körperliche Symptome entwickelst, wie z.B. Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Schweißausbrüche?

  4. Setze dich mit deinen Vorlieben und Abneigungen auseinander, z.B. schriftlich in einem Tagebuch, Journal, Notizheft. Erkennst du Parallelen zu typischen Eigenschaften und Wesensmerkmalen von hochsensiblen Menschen? Wie z.B. starkes Bedürfnis nach Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten, Verbundenheit mit Natur und Tieren, starker Gerechtigkeitssinn. Hier findest du weitere Informationen, siehe hier.

  5. Probiere es einfach aus. Wenn du den Eindruck hast, du könntest hochsensibel veranlagt sein, dann wähle für eine Zeit ganz aktiv Verhaltensstrategien, die hochsensiblen Menschen im Alltag helfen. Wenn du bei dir eine Verbesserung und Erleichterung wahrnimmst, dann nutze die Strategien für dich im Alltag. Hilft es nicht, schadet es nicht. Du brauchst Unterstützung im Bereich der Verhaltensstrategien für hochsensible Menschen? Dann melde dich jederzeit gerne bei mir.

  6. Tausche dich mit ggfs. Gleichgesinnten aus. Das Gespräch mit anderen hochsensiblen Personen kann helfen, um selbst zur Klarheit bezüglich der Hochsensibilität zu kommen. Auch hierfür stehe ich dir jederzeit gerne zur Verfügung. Kontaktiere mich einfach.

  7. Lies Bücher zum Thema Hochsensibilität. Hier findest du eine Bücherliste, die ich dir erstellt habe.

  8. Bücher sind dir zu lange? Dann nutze Blogbeiträge für dich. Hier findest du weitere Blogbeiträge zum Thema Hochsensibilität.

  9. Bleib offen und neutral dem Thema Hochsensibilität gegenüber. Hochsensibel veranlagt zu sein bedeutet nämlich nicht, ein „Sensibelchen“, „schwierig“ oder „kompliziert“ zu sein. Es heißt lediglich, dass Mann oder Frau auf Reize sensibler reagiert und sich daraus bestimmte Thematiken ergeben. Du hast Fragen hierzu? Dann melde dich gerne bei mir.

  10. Befasse dich mit den positiven Bereichen der Hochsensibilität. Warum? Die Hochsensibilität wird manchmal negativ wahrgenommen, das heißt als Schwäche. Dies ist aber nicht der Fall. Die Hochsensibilität ist Stärke und Bereicherung, sofern Mann oder Frau mit dieser richtig umgeht. Auch hierfür stehe ich gerne zur Verfügung.


Du hast Fragen, brauchst weitere Tipps oder möchtest mehr über das Thema erfahren? Melde dich jederzeit gerne bei mir. Ich freue mich von dir zu hören!